Sonntag, 26. Februar 2012

Selbstgemacht: Spieltestversion von Schildwacht - Buch I. geht online!


Der Rollenspielkarneval über selbstgeschriebene Rollenspiele neigt sich dem Ende zu und die Resonanz ist, nicht unerwartet, bislang umwerfend.


Für mich ist das Thema etwas Besonderes, denn nach einem ganzen Jahr Schreibarbeit, Entwicklung und Revision und GoTo 1 habe ich dank großer Mithilfe meiner Spielrunde nun unser selbstgeschriebenes Rollenspiel Schildwacht in eine lesbare Form gebracht. Auf Nachfrage möchte ich hier die Spieltestversion zur Verfügung stellen. Ich bitte nur darum zu berücksichtigen, dass es sich noch in Entwicklung befindet, noch wachsen wird und die Textblöcke durchgehend überarbeitet werden. Insbesondere Fixwerte wie Kosten, Schadenswerte und dergleichen können verständlicherweise nur in einem langen Prozess ausbalanciert werden.
Ich bin weder Profilayouter oder Zeichner und kenne auch keinen, aber hab mein Bestes gegeben und konnte viel dabei lernen und so ist es in erster Linie ein privates Projekt und stimmt mich das erste Mal seit 10 Jahren im Rollenspiel größtenteils wieder zufrieden. Wie jedes Rollenspiel wäre es eine Überraschung, würde es anderen Runden gefallen, die nicht an der Entwicklung beteiligt waren, aber vielleicht gibt es noch die ein oder anderen klassischen Rollenspieler, die nicht an ein großes Altprodukt gekettet sind und noch nach Alternativen suchen, sich darin wiederfinden und die Begeisterung für dieses Genre komplexer RPGs teilen.

Wer mehr wissen will kann weiterlesen oder direkt zum letzten Punkt springen:

Was ist Schildwacht?

Schildwacht ist ein selbstgeschriebenes Rollenspielprojekt in Prozedur und besteht aus zwei Büchern: I. Regeln und II.Spielwelt, wobei Buch I bislang als spielbare Version vorliegt und das Regelsystem Echelon vorstellt. Das Spiel ist noch nicht vollständig lektoriert und noch nicht ausgetestet oder vollständig (so fehlen bislang z.B. noch Fallen, mehr Monster..) und befindet sich seit einem halben Jahr im Test.
Die vorliegende, 17. (!) Version möchte ich als "offene beta" im kleinen RSP-Blogs-Kreis zur Verfügung stellen. Mit Inhalt, Layout und Illustrationen auf 198 DIN-A5 Seiten ist es bereits sehr gut spielbar und wird mit jedem Spielabend überarbeitet.
Über Feedback freuen wir uns sehr (siehe unten letzter Punkt).

Was wird Schildwacht?
Wenig Zeit? Die Eigenschaften und Ziele von Schildwacht in Kürze:

- baut auf ein generisches System (Echelon). In dieser version auf bodenständige Fantasy hin orientiert,
- ein Rollenspiel mit Attributen (Widerstandswerten), Fertigkeiten und Überwürfelproben mit W12. Fertigkeiten sind erlernbare Handlungen und Fähigkeiten (z.B: Kraft), Widerstandswerte nur indirekt beeinflussbare Eigenschaften (z.B.Vernunft),
- eine überschaubare Anzahl an Fertigkeiten, genug zur Charakterdifferenzierung und jede für sich ist nützlich im Spiel,
- Steigerung der Fertigkeiten separat und direkt über Erfahrungspunkte, Widerstandswerte indirekt über gesammelte Erfahrung steigerbar ("learning by doing"),
- Charaktere können mit einer überschaubaren Anzahl von Talentkniffen weiter individualisiert werden,
- nachvollziehbarer Zusammenhang zwischen Kosten und Können,
- ein taktisches Kampfsystem auf Hexfeldern, das Lebenspunkte und Kampfstellung (als einsetzbare Ressource) getrennt hält,
- klare, wiederkehrende Regelsprache mit (hoffentlich) wenig Mißverständnissen,
- der Spielercharakter ist zentral für den Spieler, keine seiner Handlungen soll durch Regeln eingeschränkt sein,
- die richtige Ausrüstung und der innerweltliche Zeitverlauf spielen eine große Rolle für das Überleben der Charaktere,
- eine klassische Fantasyspielweise, die alle Klischees bedient, Regeln und Spiel verschmelzt und in der man sich intuitiv zurechtfindet,
- Langzeitpotenzial über vielfältige Spielschwerpunkte und kontinuierliche Charakterentwicklung
- Entwicklernotizen, Alternativregeln und ausführliche Spielstilerläuterungen zum Verständnis des Systems.

Mehr Informationen?
Schildwacht ist ein klassisches Rollenspiel für freies Spiel, welches auf langfristige Kampagnen hin ausgelegt ist. Obwohl das Regelsystem namens Echelon (Logo oben) dahinter ein generisches System ist, ist jedes Buch auf ein Genre hin festgelegt. Schildwacht widmet sich den bodenständigen Fantasywelten.
Klassisch bedeutet, dass ein Spielleiter eine Spielwelt darstellt und die Spieler einen Charakter zur Verfügung haben, um darin zu interagieren. Klassisch bedeutet in diesem Fall aber auch, dass die Regeln nahe an den Charakterhandlungen und innerweltlichen Auswirkungen (aka Physikengine) hin orientiert sind und der Einfluss der Spieler auf die Spielwelt nicht der ihrer Charaktere übersteigt.
Frei bedeutet, dass die Regeln nicht vorgeben, was man zu tun hat. Es ist nicht thematisch begrenzt. Die Spielregeln beschränken nicht die Handlungen, die ein Spielcharakter ausführen könnte aus dramaturgischen oder Spielbalancegründen. Die Spieler möchten etwas umsetzen und die Regeln versuchen eine Antwort darauf zu geben. Sie sind jedoch kein konzeptloser, unfertiger Baukasten, sondern legen eine charakternahe, entdeckerfreudige Spielweise vor. Die Spielrunde kann über die Detailtiefe und die Schwerpunkte ihrer Kampagne frei entscheiden ohne dass das System seine Funktionalität verliert. Möchten die Spieler Piraten auf ihrem Schiff auf hoher See sein oder eine Diebesgilde in einer Wüstenstadt führen? Die Regeln stehen dem nicht im Weg.

Für wen ist Schildwacht?
Es richtet sich an alle ernsthaften Rollenspielhobbyisten, die langfristige Kampagnen und kontinuierliche Charakterentwicklung über Monate (oder Jahre?) hinweg bevorzugen. Es ist kein Anfängerrollenspiel und setzt ein wenig Eingewöhnungszeit voraus. Es richtet sich an Spieler, die die Freiheit bei der Ausgestaltung ihres Charakters zu schätzen wissen. In Schildwacht gibt es keine Vor- oder Nachteile für Persönlichkeitsmerkmale oder Beschränkungen bei der Kombination von Fähigkeiten. Jeder kann sich den Charakter gestalten, wie er ihn sich vorstellt.
Es soll vor allem die Spieler ansprechen, die von anderen Großregelwerken wie Das Schwarze Auge, Midgard, Runequest, Rolemaster usf. enttäuscht wurden oder sich darüber ärgern, dass diese RPGs nie im 21. Jahrhundert angekommen sind.
Denn obwohl das vollständige Regelwerk von Schildwacht verhältnismäßig kleinteilig und altmodisch wirkt, was durchaus beabsichtigt ist, finden sich immer wieder dieselben Regelkonzepte und die Auswahl der Fragestellungen ist auf solche beschränkt, die aus langjähriger Spielpraxis in vielen klassischen Fantasyrunden immer mal wieder auftauchten. Dieses "streamlining" an die Praxis wurde direkt von Spielen wie D&D, Savage Worlds oder Unisystem übernommen und versucht so die nostalgische und moderne Spielwelt zu verbinden.

Und was ist so besonders daran?
Schildwacht ist nicht ein Mischmasch aus "D&DSA", sondern legt wert darauf, dass es in jedem Größenverhältnis gleich skaliert. Alle Situationen leiten sich aus einer gemeinsamen, fortlaufenden Wertetabelle ab. Man kann dieselben Regeln verwenden, um große Raumschiffe oder Riesenmonster gegeneinander antreten zu lassen oder eine Mäusebande spielen. Doch mehr, man könnte diese Figuren auch parallel führen, die Überlebenschance gegen einen Drachen ist somit nicht eine bloße Schätzung sondern transparent. Die Kosten jeder Fähigkeit fließen direkt in die Kompetenz einer Spielfigur ein, die Spielfiguren profitieren nicht mehr länger gleich von denselben Modifikationen, sondern individuell auf ihr Machtniveau bezogen. Berücksichtigt man, dass im klassischen, komplexeren Rollenspielsektor seit Jahren kaum Neues erscheint oder weiterentwickelt wird, so ist das Rollenspiel vielleicht ein kleiner Beitrag zur Reanimation des Genres.

Wo bekommt man es?
Ihr könnt Buch I des Heimwerkerrollenspiels Schildwacht vollständig kostenlos als PDF unter folgendem Link auf diesem Blog herunterladen, sofern ihr der creative commons Lizenz 3.0 deutsch zustimmt:

Namensnennung-Nicht-kommerziell-Weitergabe unter gleichen Bedingungen 3.0 Deutschland (CC BY-NC-SA 3.0)

Schildwacht beta0.9.5
http://www.herzliches-rollenspiel.de/hochistgut/Schildwacht_beta0.9.5.pdf
Updates wird es in unregelmäßigen Abständen immer mal wieder geben.

Das Rollenspiel ist auch im rechten Menu unter Dateien verlinkt.

Dazugehörig ist ein Charakterbogen:
http://www.dateiupload.com/files/sArtfBoLYy.pdf

sowie ein Zauberbogen für mehr Platz für magiebegabte Charaktere:
http://www.dateiupload.com/files/qFCuiGR0zM.pdf


Manche User haben Probleme mit der Übersicht in dateiupload.com. Der download link ist unter dem Werbekasten und heisst
Klicke hier um die Datei runter zu laden

Eine Book on demand-Option ist in Überlegung, sobald das Rollenspiel stabil und layouttechnisch komplett überarbeitet ist.

Über Feedback, Testspiele, Korrekturen und Vorschläge oder gar Mithilfe freuen wir uns sehr. Für Kommentare steht der Kommentarbereich des Blogbeitrages oder RSP-Blogs zur Verfügung.
http://forum.rsp-blogs.de/diskussion-und-kommentare/(hoch-ist-gut)-spieltestversion-von-schildwacht-buch-i-geht-online/msg6489/#msg6489


Bei Fragen oder Einstiegshilfe stehe ich an diesen Stellen auch jederzeit zur Verfügung. Aber ich möchte jetzt erstmal schlafen...

Kommentare:

  1. Puh, harter Stoff. Mit Werten, Stufen usw. Ich bin ziemlich verwirrt. Mal gucken, ob es mir die Tage gelingt die Grundzüge der Mechanik zu kapieren. Wirkt auf jeden Fall recht kompliziert. In der Tabelle fiel mir auf, dass es keine 1 für den W12 gibt. Gehst Du von 2w6 aus oder wird die 1 später erklärt?

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  2. Das wird später erklärt. Die 1 ist für krits wichtig.

    ich gebe zu, man muss schon einiges an Interesse mitbringen, um sich reinzuarbeiten, aber die Grundmechanik ist eigentlich gar nicht kompliziert, es ist lediglich ein Zwischenschritt vor der Verrechnung von Würfelergebnis und Fertigkeitswert.
    Wenn es kompliziert wirkt, dann dürfe es an der "technischen" Sprache liegen.
    Wenn man sich aber entlang der Regelbegriffe hangelt und weiss, was sie bedeuten, dürfte es verständlich sein, die wurden nämlich so weit wie möglich konsistent verwendet.
    Und wie bei den meisten aufwändigeren Systemen, hat man kaum eine Chance, wenn man nicht in der richtigen Reihenfolge liest.

    Immer, wenn ich nach längeren Pausen mal wieder auf die Text schaue, verbessere ich sie auch (und korrigiere fehler). Korrekteure habe ich zudem ja auch.

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