Sonntag, 17. Juni 2012

Neuer Schildwacht-Link eingerichtet

--- Eine Kurzmeldung in eigener Sache ---

Dank freundlicher Unterstützung von Jan "TheClone" und Peter "Joni" vom Herzlichen-Rollenspiel Blog der RSP-Blogs kann ich das Schildwacht Rollenspiel nun über deren Domain anbieten und die RSP-Blogs Community wächst wieder ein kleines bisschen näher zusammen.
Ihr könnt nun wesentlich schneller und komfortabler auf das Spiel zugreifen ohne den Umweg über Dateiupload.com gehen zu müssen.

Das Juli-Update ist bereits in Arbeit und wird dann auf denselben link gesetzt.

Viel Spaß
Falk

Über den Tellerrand: Was wir von Brettspielen lernen können Teil 1

Ich bin ja ein Freund von guten Erzählmechanismen in Rollenspielen. Das merkt man sicher, wenn man hier öfters liest. 
*BAFF* Was schreibt er?
Ja, die Betonung liegt dabei allerdings auf GUT. Ich spiele nicht jedes Rollenspiel, nur weil "Erzählspiel" darauf steht. Aber würde ich sie nicht mögen, würde ich mich nicht so intensiv damit beschäftigen, wie manch ein kritikloser Jubelperser.

Und meinem Empfinden nach kommt wieder etwas in Bewegung. Nach einer (abermaligen), hitzigen Diskussion in einem RPG-Forum über das Marvel RPG in seinem Versuch "Comic-Action" abzubilden; dem Vorhaben eines "Kartenrollenspieles" namens TriCard des Users Merimac im RSP-Blogs-Forum und in seinem Blog ; dem Rollenspiel Trading Card Game Path to Power über Kickstarter; dem Abenteuerbrettspiel Battlestations von 2004, über das ich vermutlich noch berichten werde; dann dem John Sinclair RPG sowie dem Justifiers RPG von Ulisses oder gar dem Einsteigerrollenspiel "Quest" von Pegasus Spiele ...
*lufthol*

... habe ich den Eindruck, dass Rollenspielhybriden zur Zeit in Mode sind, kommen oder kamen. Ein RPG-Hybrid besitzt Elemente eines Rollenspieles (man spielt eine Rolle mit Fähigkeiten, auf die getestet wird und agiert frei in einer Spielwelt) aber stellt gleichzeitig nur einen begrenzten Handlungsspielraum zur Verfügung wie ein Brettspiel. Die Einschränkungen orientieren sich am abgebildeten Genre. In einem Marvel-Brettspiel könnte der Hulk vermutlich kein Sturmgewehr benutzen, weil der Hulk das nicht tut. Grundsätzlich hindert ihn kein physikalisches Gesetz der Marvelwelt daran, ein Sturmgewehr abzufeuern, vermutlich würde er es aber eher als Zahnstocher benutzen. Das nennt man Konvention.
Übertragen auf einen RPG-Hybrid könnte ein Spielercharakter zum Beispiel nur aus einem Kampfwert und einem Sozialwert, aber keinem "Fahrenwert" bestehen, obwohl es im Spiel Autos gibt,  man aber einfach gar nicht in die Situation kommt, Autos zu fahren.

Jetzt könnte man sagen, die Brettspiele Drachenhort, HeroQuest oder Talisman wären dann ja bereits RPG-Hybriden, aber der Unterschied liegt darin, das ein Rollenspiel eben kein Spielziel vorgibt und auch die Szenarien und Abenteuer frei erfunden werden und oft inhaltlich miteinander zusammenhängen. Zudem kann, muss aber nicht, in einem Rollenspiel auch schauspielerisch ausgespielt werden, was in Brettspielen nur in speziellen Umsetzungen vorkommt..
Man könnte auch mit Drachenhort oder HeroQuest Ausspielen und Abenteuerkampagnen spielen, aber genau dann wird es ja auch zu einem RPG-Hybrid und wird nicht mehr in seiner ursprünglichen Intention gespielt. Manche Spieler tun das sogar seit vielen Jahren. Diese bauen dann zum Beispiel eine Dorfphase in HeroQuest ein, in der sich die Helden ausrüsten können. Interessanterweise gibt es solche Spieler, die wiederum mit klassischem Rollenspiel nichts am Hut haben. Dahinter befindet sich mutmaßlich eine Art dritte Community zwischen Tabletop und Rollenspiel. Fakt ist, zahlreiche Internetseiten bauen diese Abenteuerspiele mit Rollenspielelementen aus:
zu HeroQuest:

Das sind natürlich nur Krücken und bieten nur ein sehr eingeschränktes Rollenspielerlebnis, da sie nicht wirklich dafür konzipiert sind. Was können wir also daraus lernen? Ich frage mich, ob ein Hybrid nicht ein gutes Rollenspielkonzept ist. Dazu muss man verstehen, was Spielfreiheit als das Merkmal von Rollenspielen schlechthin ist. Spielfreiheit im Rollenspiel bedeutet, dass ein Spieler alle Handlungen ansagen kann, die seine Rolle theoretisch auch durchführen könnte. Die Regeln stehen dann in der Pflicht, diese Handlungen so umzusetzen, dass sie charakteristische Auswirkungen auf die Spielwelt haben. Daran scheitern grundsätzlich alle Rollenspiele, manche mehr, manche weniger und das ist schnell erläutert:
Unendliche Spielfreiheit bedeutet unendliche Komplexität oder absolute Trivialität, je nach Spielansatz. Jedes Rollenspiel muss damit an seinem eigenen Anspruch scheitern. Manche Rollenspiele versuchen die Komplexität abzubilden und scheitern an Unspielbarkeit, die anderen gehen den Weg über die Abstraktion und vernachlässigen dabei einen Großteil der Auswirkungen der Entscheidungen eines Spielers, wodurch sie trivial werden. In beiden Fällen kommt es so immer wieder zu Diskussionen und/oder Missverständnissen darüber, warum gerade eine fragliche Handlung sich nun nicht so auswirkt, wie sich der Spieler es gerade vorstellt => Es sind einfach keine Regeln vorhanden, um es umzusetzen.

Wenn wir also kein Rollenspiel schreiben können, das die Bedingung eines Rollenspieles erfüllt, dann sollte man Alternativen ins Auge fassen. 

Man muss sich überlegen, was man für den Verzicht der (illusorischen) absoluten Spielfreiheit im Gegenzug erhält. Das wichtigste Merkmal ist, dass so gut wie alle Missverständnisse über den Spielstil eliminiert werden, die eine RPG-Runde haben kann. Niemand hat mehr die Möglichkeit aus dem Stil auszubrechen und die klaren Regeln lassen keinen Spielraum für Interpretationen. Diskussionen über den Spielverlauf im Brettspiel Talisman sind zum Beispiel weitestgehend unbekannt, in Rollenspielrunden dagegen sind sie an der Tagesordnung. Auch lösen Brettspiele die Frage der Spielbalance und der fairen Beteiligung aller Spieler meist wesentlich eleganter. Man muss die Frage stellen dürfen: Warum sollte ich im RPG auch etwas tun dürfen, was weder dem Spielstil, noch der Spielbalance, noch der Fairness nützt? Rollenspiele erkaufen sich ihre angebliche Spielfreiheit damit sehr teuer.
Ein RPG-Hybrid wäre natürlich kein Ersatz für klassisches Rollenspiel, aber ich denke, eine sehr effektive Art, seichte Rollenspielerlebnisse zu haben und ein Genre punktgenau abbilden zu können. Denn, wenn niemand aus der Reihe tanzen kann, dann kann auch das Genre nicht verfehlt werden. Es wäre auch das One-Shot Spiel schlechthin, wenn es universell ist.

In D&D adventure paths (AP) findet man so etwas Ähnliches schon. Diese bestehen im Grunde nur aus Kampfencountern zwischen denen der SL erzählt, wie sie zusammenhängen. Ein Ausbrechen ist aber so gut wie unmöglich ohne den AP obsolet zu machen. Das ist natürlich ein sehr schlecht ausgenutztes Potenzial des Konzeptes, aber der Grundgedanke ist da.
Besser macht es da womöglich Ulisses mit seinem Justifier-"RPG". Die Spieler haben klar vorgegebene Möglichkeiten und können nicht mehr alles tun, was theoretisch möglich wäre, die Struktur des Spieles vermittelt aber dafür zuverlässig das entsprechende Genre. Ulisses versucht hier den Begriff Abenteuerspiel zu etablieren, was ich unglücklich finde und nicht fortführe, da Abenteuerspiele bereits durch Fantasybrettspiele wie Drachenhort oder HeroQuest abgedeckt sind und im Rollenspiel durch die OldSchool-Vertreter des ARS (Abenteuerrollenspiel !) besetzt sind. Doch auch die Ulisses RPG-Hybriden scheitern an zu enger Linienführung, die Freiheiten sind so gut wie gar nicht mehr vorhanden, das Abenteuer bereits vorgegeben.
Ein RPG-Hybrid, der die Stärke von Brettspielen, also klare Optionen mit klaren Auswirkungen und die Stärke von Rollenspielen, also Spielfreiheit und Konsequenzen, miteinander verbinden kann, wäre ein sehr mächtiges Werkzeug für imaginäre Abenteuer.
Wie uns auch dabei Brettspiele Anreize und Ideen geben können und wie auch Brettspiele Geschichten erzeugen können, versuche ich im zweiten Teil konkreter zu beschreiben.

Wie seht ihr die Zukunft von RPG-Hybriden? Zukunft oder Sackgasse des Rollenspieles?
Eine Diskussion gibts im RSP-Blogs-Forum
http://forum.rsp-blogs.de/diskussion-und-kommentare/(hoch-ist-gut)-uber-den-tellerrand-was-wir-von-brettspielen-lernen-konnen-teil/msg7351/#msg7351

Donnerstag, 7. Juni 2012

Schildwacht-Rollenspiel: Versionsupdate 0.9.4

Je weiter die finale Version eines Produkts heranrückt, desto kleinteiliger und komplexer werden die Änderungen. Das schlägt sich auch in diesem Update nieder, welches gerade einmal um 1 Seite länger geworden ist.
Auf der anderen Seite bin ich leider auch nicht in dem Maße zum Schreiben, Spielen, Testen gekommen, wie ich gerne wäre und habe meine Problembaustellen etwas nach hinten geschoben. Nichtstedotrotz haben es wieder zahlreiche, essentielle Detailänderungen in das Rollenspiel gefunden, die große Auswirkungen haben, die vorherige Version obsolet machen, die aber beim Überfliegen des Texts vermutlich gar nicht ins Auge stechen. Daher hier wie Update-Liste, der wichtigsten Änderungen.
Dieses Update ist ein Rundumschlag in vielen Bereichen, insbesondere sind wir aber diverse Probleme in der Magie angegangen (ich habe bei der Gelegenheit die vernachlässigten Zauberschulen mit weiteren Zaubern versorgt) und insbesondere wurden einige Fertigkeitentexte umformuliert und vor allem kritische Ergebnisse besser verregelt. Dafür ist das Generierungssystem für Begabungspunkte durch kritische Ergebnisse wieder herausgeflogen. Grundsätzlich wird nun einfach unterschieden zwischen Fertigkeiten mit kritischen Ergebnissen und solchen, bei denen man das kritische Ergebnis ("1 auf W12") einfach wiederholen muss. Mein Plan ist es aber, für die meisten Fertigkeiten noch kritische Ergebnisse zu finden.


Für das nächste Update plane ich größere Veränderungen, das Abschaffen von Lebenspunkten durch Wundschwellen und das Ersetzen von Stufenwerten in Proben durch einfachere und gröbere Modifikationen (leicht / mittel / schwer)

Die Datei findet sich wie immer im rechten Menü oder hier
http://www.dateiupload.com/files/QvJGzZKQIU.pdf



V. 0.9.4 (222 Seiten)

Allgemein:
- Alternativprobenregel gestrichen (broken), findet evtl. Eingan in kommendes Update
- kritische Ergebnisse einiger Fertigkeiten überarbeitet und mit (!) markiert
- kritischer Ergebnisse erhöhen/reduzieren die Begabungspunkte nicht mehr
- diverse Rechtschreibfehler korrigiert

Charaktergenerierung:
- neuer Kniff: Anatom

Kampf:
- Ansturm macht nun +Geschw./2 Schaden anstatt abhängig von der Bewegungsweite
- Trägheit beim Wenden in schneller Bewegung (z.B. zu Pferd) eingeführt.
- Ein Kämpfer kassiert nun auch im Fehlschlag im Angriff einen Markierungsstein
- Der Schaden von Fernkampfwaffen wurde leicht erhöht (bei Armbrüsten wurde die Schadensvarianz stark reduziert)
- Schneller Schritt ist nun eigenständig ausführbar (aber nicht in Kombination mit einer Bewegung).
- Die Option Reichweite Ausnutzen stoppt nun den herankommenden Gegner
- Klammern: Auch als Klammernder wird man von außen nun automatisch getroffen; größere Gegner kann man nicht mehr behindern

Magie:
- Fertigkeiten Beschwören/Zaubern: spontane Zaubermodifikationen nun möglic
- Zauberfokus verliert bei kritischen Probenergbnissen nur seine Wirkung auf Zeit anstatt zerstört zu werden
- diverse Foki einer Schule addieren sich nun, man muss mindest. einen in der Hand halten
- Diverse Zauberspruchwerte verändert
- Neuer Zauber: Verfall, Todeshauch, Vorahnung, Telepathie, Trance 

Bestiarium:
- Neue Monster: Ghul, Vellox (Reit-Laufsaurier)

Ausrüstung:
- Waffenreichweite von Nicht-Stangenwaffen reduziert

Exploration:
- Eilmarsch wurde den aktuellen Marschregeln angepasst

Donnerstag, 17. Mai 2012

RPC Odyssee 2012

Vorsicht! Kritik und Lob im Fließtext verborgen. 

5. Mai 2012
11:30
Verschlafen, nach 48 Wochenstunden habe ich es einfach nicht früher zur RPC geschafft und stand da nun im Regen, aber dafür kann die RPC ja nichts. Alle Achtung, die Role Play Convention (RPC) hat sich seit meinem letzten Besuch 2008 ganz schön gewandelt. Spiele gibt es dort nicht mehr, dafür Förderprogramme für chinesische Berufsanfänger (Chinese Talent Days)
Entsprechend hoch war auch der Anteil chinesischer Studenten; und die waren auch spießiger gekleidet als ich....
... moment. Das war sicher nicht die RPC vor der ich da stand. Vielleicht hätte ich den Parkplatzschildern nicht folgen dürfen und der Gratisparkplatz direkt an der Messe hätte mich gleich stutzig machen müssen. Aber so leicht wollte ich diesen nicht aufgeben, also fort von den Patentklauern und mal die Nachbarhallen zu Fuß abklappern...

11:55
Lokalität 2. Ein Parkhausdach, wie unerwartet. Sicher nicht der Ort der RPC, das sehe ich gleich und dazu auch noch menschen- und autoleer. Auch sonst war auf dem Gelände so gut wie kein Mensch. Sie machen es einem nicht leicht, sich auf den Niveaus des Messegeländes zu bewegen. Wenn 9 von 10 Zauntüren abgeschlossen sind und es keinerlei Beschilderung für Fußgänger gibt, dann kann sowas schonmal passieren. Aber immerhin habe ich von dort oben einen guten Ausblick. Ich sehe, dass es einige Hallen mehr gibt, als ich in Erinnerung hatte. Hier die Richtige zu finden hätte den ganzen Tag gedauert. Also wieder runter auf den Vorplatz und zurück zum Auto, sich neu orientieren ...

12:13
Ich entscheide mich, das komplette Gelände zu umfahren, irgendwo wird schon ein Hinweisschild kommen. DA! Auf dem Straßenschild, ein winzigkleines Logo, das an das RPC Logo erinnert. Leider nicht aus der Richtung gesehen, aus der ich zuvor kam! Und da ist auch der riesige, leere Schotterplatz, den ich noch von 2008 in Erinnerung hatte. Leider komplett abgesperrt. Aber freundlicherweise wird man direkt zum Messeparkplatz durchgewunken. Na gut, die 5-6 Euro für den Parkplatz, die ich immer für die SPIEL-Essen berappe werde ich mir jetzt gönnen ...

12:25
HALLELUJA! 9 Euro! Wiese rauben sie mich nicht gleich aus, dann kann ich mich wenigstens wehren! Aber das ist mir jetzt völlig egal, ich will schließlich noch in die Halle bevor sie den Laden schließen. Jetzt muss ich ja nur noch dem Tross von Larpern und Pen&Paper Spielern folgen (ja, die kann man erkennen).

12:35
Ich betrete die erste Halle. Jetzt habe ich noch etwas Zeit. Es kommen mir bereits die ersten Piraten entgegen, ein untrügliches Zeichen in welcher Risen2-Werbekampagn... äh unter welchem Motto die RPC dieses Jahr steht.
Der Aufbau ist wie damals. Vorne PC Spiele, dahinter vermutlich die Pen&Papers, Tabletops und Larper, ich ... *BOOOOM* *QUIITSCH* *ZERRRR* ... ein großflächiger Schallbombenteppich legt sich über mein Trommelfell. Aus den völlig übersteuerten Beschallungsanlagen dröhnen die PC-Spiel-Trailer und Online Matches, da quäken und schreien die "Moderatoren". Unerträglich, als Nicht-Diskobesucher verfüge ich ja über funktionierende Gehörgänge und nehme die gequälte Technik natürlich schmerzhafter wahr. Jede Turbinenhalle würden sie wegen Nichteinhaltung der Arbeitsschutzvorschriften (Gehörschutz) dicht machen, aber auf Messen gilt dies nur für den Brandschutz.
Dementsprechend meterbreit sind die Messegänge angelegt. Das kenne ich auch noch von 2008. Es ist Samstag Mittag und die Halle wirkt effektiv verlassen. Gut, das ist irgendwo auch ein Pluspunkt, aber ein paar weiße Stellwände zwischen den Ständen, wie sie auf anderen Großmessen üblich sind, hätten hier Wunder in der Optik bewirkt. Die Aussteller (und Spielrunden!) haben dann mehr Ruhe, mehr Präsentationsfläche und es wirken dadurch auch kleinere Veranstaltungen (wie die RPC) größer.
Und irgendjemand in der Organisation findet es wohl einladender, wenn man die Eingangshalle komplett abdunkelt, anstatt die lichte Pen&Paper- oder LARP-Halle voranzustellen. Ich verstehe schon, dass Licht für die PC Spieler wegen der Monitore der natürliche Feind ist, aber deswegen lasse ich die Besucher doch nicht am Eingang ins Dunkel laufen!

12:45
Endlich bin ich in der Pen&Paper- und Tabletop-Halle angekommen. Die Lautstärke der PC-Spielehalle ist hier gedämpfter. Das Programmheft mit Messeplan habe ich bereits weggeworfen, da es aufgrund fehlender Nummerierung der Stände effektiv nutzlos ist. Beim Flanieren durch die PC Spielehalle fiel mir auf, dass sie geschrumpft ist, bzw. weniger gut gefüllt wirkt. Nur noch wenige große Bühnen und Stände gibt es, darunter League of Legends, Aion MMO, Capcom mit Dragon's Dogma, Gearbox mit Borderlands 2, Herokon und natürlich Piranha Bytes mit Risen 2 u.A. Das war es im Großen und Ganzen. Leider kein großer Stand mehr mit Gebraucht-PC-Spielen.
Aber immerhin habe ich einen Betakey für Herokon Online abgestaubt.

Den hätte ich aber auch Online bekommen an den RPC Tagen, wie man mir mitteilt. Na toll, da freue ich mich aber.

14:40
Ich habe mir einen groben Überblick bei Pen&Paper verschafft. Prinzipiell findet sich hier alles, was es auch auf der SPIEL in Essen zu sehen gibt, nur ohne Brettspiele aber dafür halbjährlich. Also verbuche ich das noch unter Pluspunkt. Was ich nicht mehr unter Pluspunkt verbuche, ist die eigenwillige Vorstellung der Aussteller von Produktpreisen. Dazu muss ich sagen, dass ich ja nicht auf Messen gehe, um 3-4 Stunden mit Fremden in Spielrunden zu verschwenden, da ich zu Hause wöchentlich RPG spielen kann, sondern, um nach Neuem zu schauen und vor allem zu kaufen. Ja, sie nennen es zwar Convention, es ist vom ganzen Aufbau her aber definitiv eine Messe. Da die Preise für Neuware hier aber zehn bis fünfzehn Euro über Internetpreis liegen, ist meine Kaufmotivation entsprechend gering. Hinzu kommen natürlich die elendigen Buchpreisbindungen, bei denen die Händler nicht flexibel sein können.
Ich bin selbst überrascht, wie kalt mich die ganzen neuen und alten RPG-Produkte lassen. 90% der Stände sind ohnehin "alte Bekannte", deren Auslage ich von anderen Cons und Messen schon fast auswendig kenne. Und alle neuen Rollenspiele sehen sie natürlich toll aus in ihren ausgefallenen Formaten, Hochglanzbildern, in Farbe und mit tollem Layout. Und reihenweise kommen Ergänzungen zu bestehenden Rollenspielen heraus. 13Mann haben gleich ein ganzes Regal von Travellerbüchern dabei und dem unzähligsten neuen Das Schwarze Auge-Band schenke ich schon gar keine Beachtung mehr. 
Aber ich muss mir selbst die Frage stellen: Wer soll das eigentllich alles noch spielen? 
Es ist jetzt nicht so, dass RPG wie ein DVD-Abend ist, in dem man sich bei jedem Treffen andere Filme anschauen kann, wobei der Umfang und die Flexibilität vieler neuer Rollenspiele diese Absicht der Designer nahelegt: Möglichst viel Abwechslung mit möglichst wenig Aufwand.
Effektiv schaffe ich es trotz großer Zeitinvestition ins Hobby vielleicht zwei Rollenspiele intensiv und aktiv zu betreiben und dazu eine Hand voll Wegwerfrollenspiele für zwischendurch. Und unter den Aktiven fällt bereits ein komplett eigenes, erstelltes Rollenspiel mit eigener Spielwelt. Also wozu benötige ich das eigentlich alles? 
Ich beschließe, mal bei den LARP Ständen auf "Handout"-Jagd zu gehen.

16:00
Die LARPER haben nun eine komplette Halle und das Umfeld der Halle für ihre Marktstände. Prinzipiell ein Paradies für LARPER, die Auswahl kann sich durchweg sehen lassen. Außer natürlich für das eine Produkt, das ich benötige: lederne Schreibkoperten oder Bücher, um Ingame Kampagnennotizen für die Spieler zu schreiben. Überall findet sich nur dieselbe Stangenware, die man auch vom Weihnachtsmarkt her kennt.
Meine Sparsamkeit verhindert es dann doch noch, mich mit Tinnef einzudecken, der nur in der Wohnung verstaubt und den ich vielleicht einmal als Handout verwenden kann.

16:20
Verflucht. Ich habe mittlerweile alle Stände dreimal gesehen und die Präsentationen habe ich alle verpasst, da sie sich meinem Empfinden nach nicht nach dem Zeitplan gerichtet haben. Schaut man bei einem Stand vorbei zeigt sich immer dasselbe Bild: Die Händler stehen am Stand und reden entweder untereinander oder mit Kunden.
Gibt es auf der RPC eigentlich sowas wie "Promi"-Runden oder öffentliche Rollenspielrunden zum Zuschauen auf einer Bühne wie auf der PAX-Con undwenn nein, wieso gibt es sowas nicht?
Ich habe sogar ein wenig Risen2 gespielt und mir ein League of Legends Match angeschaut um die Zeit totzuschlagen. Ich habe sogar kurz am Aktion-Abenteuer-Stand vorbeigeschaut und mich instantan gefragt, was ich dort eigentlich soll. Gut, es ist ein Forum, für angemeldete User natürlich kein Mehrwert. Ich hoffe aber, sie konnten damit neue User an Land ziehen.
Aber ich habe immer noch nichts gekauft. Ich habe immer eine lange Liste mit Brettspielen auf Messen dabei, aber die sind hier ja unterrepräsentiert, was mich auf der RPC nicht wundert. Wenn ich den stolzen Parkplatzpreis jetzt wieder hereinholen will, dann muss ich mir was einfallen lassen. Lediglich Pegasus versteht den Umgang mit Messepreisen, also decke ich mich dort mit Spielen ein und kaufe mir anderswo noch ein paar Reaper-Miniaturen im Ausverkauf. 

18:00
Fazit
Ich habe jetzt das Gefühl, die RPC an einem Tag "durch" zu haben. Dasselbe Gefühl hatte ich 2008. Auch nach der vierten Kontrolle der Stände finde ich nichts Neues mehr. Neulinge bekommen auf der RPC schon eine Menge zu sehen, wenn sie es denn auch schaffen, sie zu finden (was einem hier so schwer wie möglich gemacht wird), aber langjährige SPIEL-Essen Besucher finden hier wenig Neues. Und ich habe nicht den Eindruck, dass sich das nächstes Jahr ändern wird mit denselben Auslagen wie vor 4 Jahren, und auch nicht, wenn ich 2013 ein Jahr auslasse und erst 2014 vorbeischauen würde. Sicher, für das ein oder andere Rollenspiel gibt es Neuerscheinungen, aber die wird ein Spieler des Systems sowieso kennen und zu demselben Preis überall kaufen können. Aber immerhin gab es vielen, kleinen, witzigen Schnickschnack, wie die coole, USB-ferngesteuerte Nerf-Raketenlafette
Aber ich bin halt kein Schnick-Schnackkäufer.
Gearbox hatte eine Box mit Exklusiveinblicken in Borderlands 2. Das ist sicher etwas, woran man nicht so ohne Weiteres kommt, aber Diablo3? Tera? Guild Wars 2? Torchlight 2? Fehlanzeige. Man spürt an allen Ecken, dass die RPC in die Größe der Kölnmesse immer noch nicht hinengewachsen ist. So wirkt sie eben noch wie eine Veranstaltung, auf der sich hauptsächlich alte Entwicklerbekannte zum Schnacken treffen und die das Glück hat, ihre Schulaulaatmosphäre in einem professionellem Umfeld präsentieren zu können um sich dabei größer zu machen als sie ist. 

Viel Raum für Verbesserungen
Um mich nochmal zur RPC zu locken, müssten die Stände besser ausgezeichnet werden, so dass man sich auch orientieren kann. Es müssten die vorhandenen Stelllpätze für PKW's genutzt werden und die Besucher nicht auf den kostenpflichtigen Parkplatz getrieben werden. Und die Produkte müssten allmählich mal ausgetauscht werden. Wenn ich all die Ladenhüter seit Jahren schon kenne, dann muss ich auch nicht dorthin, um sie mir nochmal anzusehen. Weniger ist da manchmal vielleicht mehr.
Was der RPC auch fehlt, ist ein einheitliches Bild. Irgendwo Farbe, Licht, Banner, Plakate, irgendeine Art von Design, das mir zeigt, dass ich auf einem "Event" mit Identität bin. Nichts von alledem, es wirkt wie ein Flohmarkt.
Für Neubesucher würde ich die Stände komplett umversetzen. Eine ruhige, exotische Halle, wie die der LARPER zu Beginn setzen und die lauten, dunklen PC Spielstände nach hinten verfrachten.

18:30
Irgendwann um 21 Uhr sollen wohl noch die RPG Awards stattfinden, aber das ist mir zu spät. Und ich las irgendwo, diese sei nur für Aussteller zugänglich? Ich frage mich, wo ich wohl die Ergebnisse herbekomme. Naja, ich bin ja nur ein Besucher. 
Auf dem Nachhauseweg nehme ich mir vor, erstmal bei ein paar Stamm-Online-Shops vorbeizuschauen, um mir ein Trostpflaster-Brettspiel für einen zehn Euro günstigeren Preis zu bestellen und mir einen Herokoneinblick zu verschaffen. 
Das hätte ich aber auch jeden anderen Tag machen können.

eure Erfahrungen mit und auf der RPC? Das RPS-Blogs Forum ist der richtige Ort
http://forum.rsp-blogs.de/diskussion-und-kommentare/(hoch-ist-gut)-rpc-odyssee-2012/msg7203/#msg7203

Dienstag, 1. Mai 2012

Schildwacht-Rollenspiel: Versionsupdate 0.9.3

Das Mai-Update ist da! 

Dies ist die 21. Version. Jede Menge Arbeit und Spielzeit und Mithilfe sind in die aktuelle Version geflossen. Aus diesem Grunde schaffe ich es zur Zeit auch nicht, im gleichen Maße Beiträge für hoch-ist-gut zu schreiben. Das Spiel beschäftigt mich wirklich vollständig. Aber vielleicht soll das so sein, münden doch alle meine Vorlieben und Themen und Spielerfahrungen in dieses Rollenspiel.
Ich würde mich inhaltlich gerne mehr mit meiner Schildwacht-Kampagnenwelt Ferrabana beschäftigen und das PDF zu dieser Spielwelt ist noch nicht einmal begonnen. Und die Abenteuer bereiten sich ja auch nicht von alleine vor. Auch würde ich gerne endlich mein Science-Fiction Setting, noch auf Unisystem, auch auf Echelon mit eigenem PDF und eigenem Layout übertragen, aber auch das ist noch im wahrsten Sinne Zukunftsmusik. Auch mein hausgemachtes, in demselben Setting spielenden, Light-Rollenspiel (Zielvorgabe: Maximal 8 Seiten) wurde noch nicht getestet. Dementsprechend komme ich auch nicht dazu, die nötige Anzahl an Skizzen und Bildern für die entsprechende Menge an Text zu produzieren, die es bräuchte, um das Spiel aufzulockern.
Wie setzt man alleine mehr Ideen um als Zeit vorhanden ist? Ich glaube, ich bin von Vampiren umgehen.

Open Office ist ein Schmerz. Ich hoffe, dass sich nun keine Layoutfehler beim Konvertieren mehr eingeschlichen haben. Die wichtigsten Änderungen in dieser Version betreffen hauptsächlich das Kampfkapitel. Es hat sich inhaltlich dort nicht viel geändert, jedoch sind viele Optionen nun erheblich aufgeräumter und besser erläutert. Viel Mithilfe kam hier vom Mitspieler flaschengeist.
Insgesamt gibt es eine Unmenge an Detailänderungen, die viel an der Spielweise drehen. Insgesamt reduzieren sie die Kompliziertheit weiter ohne Komplexität einzubüßen. Unten ein Auszug der Wichtigsten.

Die direkte Verknüpfung ist hier oder in der rechten Menüleiste zu finden:
http://www.dateiupload.com/files/zT1fU7LQcZ.pdf


V 0.9.3 (221 Seiten)

Grundsystem

- Auch kritische Ergebnisse bei Justierung möglich: Eine zweite 1 auf W12 ist nun +5.
- Ausdauer kann nie größer sein als LP


Allgemein
- Marschregeln komplett überarbeitet und ans Grundsystem angepasst
- Umgang mit Pferden ist breiter aufgestellt und aufgetrennt: Wissen(Reiten) (alle Tiere) und Wissen (Abrichten) (alle Tiere)
- punktuell Werte verändert (Fertigkeiten, Zaubersprüche, Kreaturen, Rezepte ...)
- Lichtstufen von 4 auf 3 reduziert. taghell heisst nun hell
- Fallschaden beträgt nun mindestens die Fallhöhe

- Weitere Kästchen "Hinweis!" und Designer Notes eingebaut
- Erste Hilfe: Nur noch Effekt x 2 und "alter" Schaden nicht erneut heilbar
- Kriechgeschwindigkeit nun verregelt
- Rechtschreibfehler, Umformulierungen, Satzumstellungen

Generierung
- Startreichtümer von 1000 auf 3000 erhöht
- Rezepte und Zaubersprüche kosten auch bei Generierung Geld

Kampf
- Initiative wird mit WAH anstatt mit BEW bestimmt
- Fernkampffertigkeit nicht defensiv nutzbar
- Ansturm nicht über schwieriges Gelände
- Vom Gegner lösen heisst jetzt Rückzug.
- Klammern funktioniert nur noch im Handgemenge (Ausnahme: Peitsche)
- Man kann nun größere Gegner klammern (jedoch nicht behindern)
- Tot stellen als Kampfoption
- Freiangriff als Option deutlicher erläutert und von der Anzahl begrenzt

- Schneller Schritt ist als Einzelmanöver deutlicher erläutert und ist nun auch beim Zaubern möglich
- Zurückweichen geht in Schneller Schritt auf

Magie
- Zauber lernen:  Man verliert ERF + Geld nur, wenn die Lernprobe auch ein Erfolg ist.
- Berührungszauber auch mit waffenlosen Angriffen auslösbar
- Neue Zauber: Abbilder, Betäuben, Telekinses + Fernstoß (ehemals Magierhand), Energetische Rüstung, Unterdrücken, Verlangsamen

Alchemie
- Neue Rezepte: Medizin, Wiederkehr
- Herstellungsdauer nun viel flexibler aussetzbar (mindestens 1 Tag am Stück)
- Eine Zutat verbilligt nun um 10 anstatt 5 Silber
 
Ausrüstung
- Relikte als besondere Gegenstände eingeführt + die ersten zwei Beispiele
- Reagenzien haben nun auch Preise
- Geschw-abzüge von Ausrüstung wurde vereinfacht auf direkten VP-Abzug
- Waffenwerte des Rundschildes angepasst
- Fallen machen wesentlich mehr Wundschaden
- Kletterausrüstung ist nun auch in der Preisliste
- Reparatur: Alle Punkte an einem Tag reparierbar

Bestiarium
- Gift beim Riesenskorpion präzise verregelt

Kommentare und Ratschläge geben oder Hilfe anbieten könnt ihr auch im RSP-Blogs Forum

http://forum.rsp-blogs.de/diskussion-und-kommentare/(hoch-ist-gut)-spieltestversion-von-schildwacht-buch-i-geht-online/msg7084/#msg7084